Splash Damage zeigt Ego-Shooter Brink auf der Gamescom
Brink ist ein etwas anderer Shooter. Das fängt schon bei der Charaktererschaffung an, die an ein Onlinerollenspiel erinnert. Entsprechend vielfältig ist die Auswahl aus Haaren, Verzierungen oder Körperbau. Letzterer bestimmt zudem die Widerstandskraft und Beweglichkeit des Spielers. Die Story hingegen offenbart zunächst wenig Besonderes: Eine Stadt, die "Ark" genannt wird, steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Es gilt also, entweder auf der Seite der Rebellen oder der Sicherheitskräfte zu spielen.
Die Spielbarkeit von Brink will der Entwickler drastisch vereinfachen, ohne geübte Spieler zu verprellen. Mit einer Smart-Taste kann während des Spiels kontextbezogen reagiert werden. Schaut der Spieler nach unten und drückt die Taste, schlittert er mit seinem Charakter unter einem Hindernis hindurch. Schaut er nach oben, wird das Hindernis überwunden. Das klingt beängstigend einfach. Bei der Demonstration zeigte Splash Damage aber Manöver in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, die mit herkömmlicher Steuerung wohl nur mit sehr viel Übung zu meistern gewesen wären.
Ebenfalls kontextbezogen sind die Aktionen. Durch die Waffenauswahl zu scrollen, bis endlich das Dynamit auftaucht, wird wohl größtenteils entfallen. Gehört das Sprengen zu einer der Aufgaben im Spiel, legt es diesen automatisch auf die richtige Taste.
Viel Wert legt Splash Damage auf das dynamische Missionsdesign. Der Spieler wählt noch während der Kampfhandlungen seine Aufgaben aus. Wenn er sich dabei nicht in Deckung befindet, kann das durchaus tödlich enden. Nach der Auswahl erscheint für den Spieler ein neues Ziel, etwas abseits vom Geschehen, oder vielleicht sogar hinter der Frontlinie. Hinweise auf neue Missionen gibt es beispielsweise, wenn der Spieler seinen eigenen Leuten lauscht, die sich etwa über defekte Gerätschaften beklagen. Dann taucht im Menü ein Reparaturauftrag auf, der viele Erfahrungspunkte bringen kann. Die Missionen sind zudem vom eigenen Status, der eigenen Rolle - Ingenieur oder Soldat - und der Umgebung abhängig.
Erfahrungspunkte gibt es auch fürs Töten von Gegnern. Wie bei einem Rollenspiel tauchen XP-Werte über niedergestreckten Feinden auf. Diese Punkte sind für das Freischalten von Gegenständen und zum Angeben bei anderen Spielern wichtig. Brink ist nämlich nicht nur ein Singleplayer-Spiel, sondern enthält auch einen Mehrspielermodus. Während der Einspielerdemonstration stießen noch zwei weitere Teilnehmer dem Geschehen bei. Die Grenze zwischen Einspieler- und Mehrspielererlebnis verläuft fließend.
Brink hinterließ in seiner frühen Fassung einen sehr guten Eindruck - nicht nur grafisch. Die zu befürchtende Vereinfachung des Shooter-Genres ermöglicht neue Aufgaben, auf die sich der Spieler nun konzentrieren kann. Wenn alles klappt, können PC-, Xbox-360- und PS3-Spieler ab Frühjahr 2010 loslegen und entweder auf Seiten der Rebellen oder auf Seiten der Sicherheitskräfte die Kombination aus Single- und Multiplayer-Shooter spielen.
Der Ego-Shooter Brink kann von Besuchern der Gamescom in Halle 6 angeschaut werden. Natürlich nur für Spieler ab 18 Jahren. Vermutlich werden Multiplayer- und Clan-Komponenten aber nicht gezeigt, die während der Pressevorführung zu sehen waren.
Wer sich in die Halle 6 wagt, sollte sich auf die "heißeste Präsentation der Gamescom" vorbereiten - "aber aus den falschen Gründen" , wie Splash-Damage-Chef Paul Wedgwood sagte. In den Stahlcontainern herrscht brüllende Hitze, vor allem bei den diese Woche in Köln zu erwartenden Spitzentemperaturen von bis zu 35 Grad - auch wenn Splash Damage den Stand mit etwas Wasser versehen hat.